Unsere Geschichte

Die Sage der Mimmenhausener Teufel

Vor einigen Jahrhunderten, so erzählt man sich, wurde am Waldrand bei Mimmenhausen ein seltsames rotes Licht gesehen, mitten in einer tief nebligen Nacht. Ein junger Mann, der dort spazieren ging, wurde neugierig. Es war nicht nur das Licht, das seine Aufmerksamkeit erregte, sondern auch ein leises, fast hypnotisches Klingeln kleiner Glöckchen, das durch die Stille drang.

Mit wachsender Spannung blickte er in den dichten, von Nebelschwaden durchzogenen und unheimlich wirkenden Wald. Plötzlich, wie aus dem Nichts, erschien eine Gestalt. Sie war in Rot und Schwarz gekleidet, und ihr Gesicht trug eine teuflische Fratze mit einem breiten, unheilvollen Lächeln. Die Kreatur sprang mit einer unheimlichen Leichtigkeit durchs Unterholz und landete direkt vor den Füßen des Mannes.

Ihr Oberkörper war von schwarzen Ketten umwunden, als hätte sie sich gerade aus ihnen befreit. In der Hand hielt sie einen hölzernen Stab, an dem kleine Glöckchen befestigt waren – das war das geheimnisvolle Klingeln, das der Mann zuvor gehört hatte. Jetzt wusste er, wem es gehörte.

Der junge Mann war so erschrocken, dass er instinktiv einen Schritt zurücktrat. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte ins kalte Wasser eines Weihers, der hinter ihm lag. Ein schallendes, hämisches Lachen erklang aus der Kehle der teuflischen Gestalt. Mit einem noch breiteren Grinsen verschwand der Teufel leichtfüßig und blitzschnell im Nebel des Waldes – wohl bereits auf der Suche nach seinem nächsten Opfer.